Selbsterfahrung im Ausbildungskontext

Selbsterfahrung für Propädeu­tikum und klinisch-psychologische Ausbildung in Salzburg

Verstehen, wie die eigene Person den späteren beruflichen Kontakt prägt.

Wer psychotherapeutisch oder klinisch-psychologisch arbeiten möchte, bringt neben Fachwissen immer auch die eigene Person in den Kontakt ein. Als Klinische Psychologin und Psychotherapeutin für Existenzanalyse begleite ich Sie dabei, persönliche Reaktionen, Beziehungsmuster und Grenzen genauer wahrzunehmen – im Propädeutikum und in der klinisch-psychologischen Ausbildung.

01 · Zielgruppe

Für Propädeutikum und klinisch-psychologische Ausbildung

Das Angebot richtet sich an Personen im Psychotherapeutischen Propädeutikum sowie in klinisch-psychologischer Ausbildung. Es ist keine Lehrtherapie und kann nicht im Rahmen eines psychotherapeutischen Fachspezifikums angeboten oder bestätigt werden.

Im Propädeutikum steht meist noch nicht die Reflexion eigener therapeutischer Fälle im Mittelpunkt. Es geht zunächst darum, Motivation, Beziehungserfahrungen, persönliche Rollen und Belastungsgrenzen als mögliche Grundlage einer späteren professionellen Tätigkeit besser zu verstehen.

Suchen Sie persönliche Entwicklung außerhalb einer Ausbildung, finden Sie weitere Informationen auf der Seite Persönlichkeitsentwicklung.

02 · Fachliches Profil

Was meine Begleitung fachlich prägt

In der Selbsterfahrung verbinde ich klinisch-psychologisches Fachwissen, einen existenzanalytischen Zugang und langjährige Erfahrung aus dem Sozial- und Gesundheitswesen sowie aus eigener psychotherapeutischer Praxis.

Klinisch-psychologische Perspektive

Als Klinische Psychologin kann ich Belastungsreaktionen und einen möglichen Behandlungsbedarf fachlich einordnen, ohne die Selbsterfahrung zu einer diagnostischen Prüfung zu machen.

Existenzanalytischer Zugang

Wir betrachten, wie Sie eine Situation persönlich erleben, welche Werte und Grenzen berührt werden und welche Haltung Sie dazu entwickeln möchten.

Erfahrung aus der Praxis

Aus mehr als zehn Jahren im Sozial- und Gesundheitswesen und meiner eigenen Praxis seit 2016 kenne ich Situationen, in denen Fachwissen allein nicht genügt.

Psychosomatische und traumatherapeutische Sensibilität

Körperliche und emotionale Reaktionen werden aufmerksam einbezogen. Daraus folgt nicht automatisch eine traumatherapeutische Behandlung; der vereinbarte Ausbildungsauftrag bleibt maßgeblich.

03 · Ausbildungskontexte

Unterschiedliche Ausbildungen

Psychotherapeutisches Propädeutikum

Im Vordergrund stehen Berufsmotivation, persönliche Beziehungsmuster, Reaktionen auf Leid und Hilflosigkeit sowie die Frage, wie die eigene Biografie einen späteren professionellen Kontakt beeinflussen könnte.

Klinisch-psychologische Ausbildung

Hier können Erfahrungen aus Praktikum und Fachausbildung einbezogen werden: Resonanz auf Patient:innen, Leistungsdruck, emotionale Abgrenzung, Verantwortung und die eigene Rolle im klinischen Umfeld.

04 · Persönliche Lernfelder

Was Sie in der Selbsterfahrung untersuchen können

Eigene Resonanz verstehen

Welche Menschen, Themen oder Situationen berühren mich besonders? Wann werde ich unruhig, streng, hilflos oder übermäßig verantwortlich?

Nähe, Distanz und Grenzen gestalten

Wo verliere ich meine eigene Position? Wann ziehe ich mich zu früh zurück? Wie kann ich zugewandt bleiben, ohne Verantwortung zu übernehmen, die nicht bei mir liegt?

Innere Antreiber und Rollen erkennen

Muss ich kompetent wirken, Harmonie herstellen, retten oder alles richtig machen? Welche Funktion hatte dieses Muster bisher?

Unter Belastung präsent bleiben

Woran erkenne ich Anspannung, Scham, Ärger oder Überforderung frühzeitig? Was hilft mir, wieder eine klare Position einzunehmen?

Werte und professionelle Verantwortung unterscheiden

Was entspricht meiner persönlichen Haltung? Was verlangt die berufliche Rolle? Und wo entstehen Konflikte zwischen beidem?

05 · Eine Einheit

Von einer konkreten Situation zu mehr Wahlfreiheit

Ausgangspunkt ist meist eine Situation aus Ausbildung, Praktikum, Beruf oder Alltag. Es geht nicht um eine perfekte Reaktion, sondern um einen bewussteren Umgang mit der eigenen Beteiligung.

Wir betrachten zunächst, was tatsächlich geschehen ist und wie Sie die Situation erlebt haben. Danach untersuchen wir Gefühle, Impulse, Körperreaktionen und vertraute Rollen, die dabei aktiviert wurden.

Biografische Erfahrungen werden einbezogen, wenn sie helfen, das gegenwärtige Erleben besser zu verstehen. Entscheidend ist schließlich die Frage, welche persönliche und spätere professionelle Haltung Sie einnehmen möchten, ohne sich selbst oder das Gegenüber aus dem Blick zu verlieren.

06 · Beispiel

Anteilnahme und Abgrenzung verbinden

Eine Teilnehmerin im Propädeutikum bemerkt während ihres Praktikums, dass sie die Belastung einer betreuten Person noch lange nach Dienstende beschäftigt. Sie fühlt sich verantwortlich, obwohl sie fachlich nicht zuständig ist, und kann innerlich kaum Abstand gewinnen.

In der Selbsterfahrung wird nicht zuerst nach der fachlich richtigen Intervention gesucht. Im Mittelpunkt steht ihre Reaktion: Was löst die Hilflosigkeit des Gegenübers in ihr aus? Was bedeutet es für sie, nicht unmittelbar helfen zu können? Wo endet ihre Verantwortung?

Durch diese Reflexion kann sie lernen, Anteilnahme und Abgrenzung bewusster miteinander zu verbinden.

Verfremdetes Beispiel zur Veranschaulichung; kein konkreter Personenbericht.

07 · Abgrenzung

Drei unterschiedliche Arbeitsaufträge

Selbsterfahrung

Im Mittelpunkt stehen die eigene Person, Resonanz, Beziehungsmuster, Grenzen und die Entwicklung einer bewussteren Haltung.

Psychotherapie

Psychotherapie behandelt psychische Symptome, Leidensdruck und relevante Einschränkungen. Persönliche Themen können in beiden Formaten vorkommen; entscheidend ist der Arbeitsauftrag.

Wie Psychotherapie unterstützen kann

Supervision

Supervision fokussiert berufliche Fälle, fachliche Entscheidungen, Rollen und institutionelle Bedingungen.

08 · Zusammenarbeit

Aktiv, wertschätzend und transparent

Methodischer Hintergrund ist die heutige Existenzanalyse. Im Zentrum steht jedoch nicht die Vermittlung einer Methode, sondern Ihre persönliche Erfahrung und die Frage, wie sie einen späteren oder bereits bestehenden professionellen Kontakt beeinflussen kann.

Wenn anhaltende Symptome oder erheblicher Leidensdruck in den Vordergrund treten, wird offen besprochen, ob ein psychotherapeutischer Rahmen erforderlich ist.

Vor dem Beginn

Ausbildungsrahmen und persönliches Anliegen klären

Vor Beginn klären wir gemeinsam, ob die Selbsterfahrung im Rahmen des psychotherapeutischen Propädeutikums oder der klinisch-psychologischen Ausbildung erfolgt, welche Vorgaben dabei zu berücksichtigen sind und welche Ziele Sie damit verbinden.