Humanistisches Psychotherapieverfahren

Was Existenzanalyse in der Therapie bedeutet

Existenzanalyse setzt bei Ihrem konkreten Erleben an: Was belastet Sie? Was berührt Sie? Wo geraten Sie unter Druck – und was brauchen Sie, um wieder freier Stellung beziehen und entscheiden zu können?

Ziel ist nicht, möglichst schnell eine positive Sichtweise oder eine fertige Antwort zu finden. Es geht darum, die eigene Situation genauer zu verstehen und einen Umgang damit zu entwickeln, den Sie innerlich mittragen können.

  • ErlebensorientiertAusgangspunkt ist Ihre persönliche Erfahrung.
  • PersonbezogenSie werden nicht auf Symptome oder Diagnosen reduziert.
  • DialogischVerstehen und Veränderung entstehen im therapeutischen Gespräch.

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Beim persönlichen Erleben ansetzen

Existenzanalyse ist ein humanistisches Psychotherapieverfahren. Sie betrachtet Menschen nicht nur als Ergebnis ihrer Vergangenheit, ihrer Symptome oder ihrer äußeren Bedingungen. Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, zu dem, was geschieht, eine persönliche Beziehung zu entwickeln und dazu Stellung zu beziehen.

In der Therapie wird deshalb nicht vorschnell erklärt, warum Sie so fühlen oder handeln. Zunächst schauen wir möglichst genau darauf, wie sich eine Situation für Sie darstellt: Was löst sie aus? Was steht auf dem Spiel? Welche Gefühle, Werte, Bedürfnisse oder Verletzungen werden darin berührt? Auch biografische Erfahrungen werden einbezogen, wenn sie helfen, das gegenwärtige Erleben besser zu verstehen.

Aus diesem Verstehen können neue Möglichkeiten entstehen – im Umgang mit Gefühlen, in Beziehungen, bei Entscheidungen oder in der Gestaltung des eigenen Lebens. Die heutige Existenzanalyse hat ihren historischen Ursprung in Viktor Frankls Logotherapie und Existenzanalyse. Als umfassendes Psychotherapieverfahren wurde sie von Alfried Längle wesentlich ausgearbeitet und erweitert.

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Innere Zustimmung

Das eigene Handeln innerlich mittragen können

Innere Zustimmung bedeutet nicht, dass sich eine Situation angenehm oder leicht anfühlen muss. Auch eine schwierige Entscheidung, eine notwendige Grenze oder das Annehmen einer schmerzhaften Realität kann innerlich tragfähig sein.

Entscheidend ist, dass ein Mensch nicht ausschließlich aus Angst, Gewohnheit, Anpassung oder äußerem Druck handelt. In der Therapie wird daher genauer betrachtet: Was bewegt mich? Was entspricht meinen Werten und Grenzen? Welche Folgen kann ich verantworten? Und wozu kann ich unter den gegebenen Umständen tatsächlich Ja sagen?

Eine Entscheidung kann äußerlich vernünftig erscheinen und dennoch innerlich von Angst, Anpassung oder Überforderung bestimmt sein.

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Vier Grundthemen menschlichen Lebens

Die Existenzanalyse unterscheidet vier grundlegende Themen: Sicherheit und Halt, Beziehung und Lebenswert, Selbstsein und Selbstwert sowie Sinn und Zukunft. Sie helfen, genauer zu verstehen, wo eine Belastung ansetzt.

1

Sein können

Kann ich unter diesen Bedingungen da sein?

Worum es geht
Sicherheit, Schutz, Raum und Halt.
Mögliche Belastungen
Unsicherheit, Angst, Anspannung, Kontrollbedürfnis oder das Gefühl, keinen Boden zu haben.
Therapeutische Frage
Was gibt Halt, und wo braucht es Schutz, Unterstützung oder eine Veränderung der äußeren Situation?

2

Leben mögen

Mag ich leben – und mag ich dieses Leben?

Worum es geht
Beziehung, Zeit, Nähe und Zugang zu dem, was als wertvoll erlebt wird.
Mögliche Belastungen
Leere, Rückzug, Traurigkeit, Erschöpfung oder geringe Berührbarkeit.
Therapeutische Frage
Was fehlt oder schmerzt, und wo ist der Bezug zum eigenen Leben oder zu anderen verloren gegangen?

3

Selbst sein dürfen

Darf ich so sein, wie ich bin?

Worum es geht
Beachtung, Gerechtigkeit, Wertschätzung, Identität und Grenzen.
Mögliche Belastungen
Selbstabwertung, Scham, starke Anpassung, Perfektionismus oder Schwierigkeiten, eigene Grenzen zu vertreten.
Therapeutische Frage
Was entspricht mir, und wie kann ich mich ernst nehmen, ohne andere aus dem Blick zu verlieren?

4

Sinnvoll handeln können

Wofür ist es gut, dass ich da bin?

Worum es geht
Aufgabe, Zusammenhang, Beitrag und Zukunftsperspektive.
Mögliche Belastungen
Orientierungslosigkeit, Leere, Sinnverlust oder Zweifel am eigenen Beitrag.
Therapeutische Frage
Was ist in dieser Situation wichtig, und wofür möchte ich meine Zeit und Kraft einsetzen?

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Vom Erleben zu einer persönlichen Stellungnahme

Vereinfacht lässt sich der therapeutische Prozess in vier Schritten beschreiben. Sie sind kein starres Sitzungsprogramm: Je nach Situation werden einzelne Schritte vertieft, wiederholt oder zunächst zurückgestellt.

  1. 1

    Betrachten

    Was geschieht aktuell? Welche Situationen, Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen und Impulse nehmen Sie wahr?

  2. 2

    Verstehen

    Was bedeutet das Geschehen für Sie persönlich? Was berührt, verletzt, bedroht oder fehlt?

  3. 3

    Stellung beziehen

    Wie beurteilen Sie selbst das Erlebte? Was entspricht Ihren Werten, Grenzen und tatsächlichen Möglichkeiten?

  4. 4

    Handeln

    Welche konkrete Antwort können Sie auf die Situation geben? Was lässt sich verändern, annehmen, begrenzen oder neu gestalten?

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Beispiel aus der Praxis

Wie sich dieser Zugang im Gespräch zeigen kann

Persönliche Details wurden verändert.

Eine Patientin bemerkt, dass sie Konflikten in Beziehungen fast immer ausweicht. Obwohl sie sich häufig übergangen fühlt, sagt sie wenig und zieht sich später innerlich zurück.

In der Therapie wird nicht ausschließlich an einer besseren Gesprächstechnik gearbeitet. Zunächst wird untersucht, was sie in Konfliktsituationen erlebt: Welche Reaktion des Gegenübers befürchtet sie? Was bedeutet Ablehnung für sie? Darf ihr eigenes Empfinden denselben Raum erhalten wie die Bedürfnisse anderer?

Wenn diese Zusammenhänge verständlicher werden, kann sie ihre Position zunehmend wahrnehmen, prüfen und vertreten. Das Aussprechen einer Grenze wird dann nicht nur zur erlernten Technik, sondern zum Ausdruck einer persönlichen Stellungnahme.

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Häufige Missverständnisse

Nicht nur Sinnsuche

Bei Angst, Depression, Erschöpfung oder akuter Belastung können zunächst Halt, Beziehung, Entlastung und Selbstwert im Vordergrund stehen.

Keine philosophische Diskussion

Existenzanalyse arbeitet mit konkreten Situationen, Gefühlen, Konflikten und Entscheidungen. Philosophische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Keine fertigen Antworten

Die Therapeutin entscheidet nicht, was für Sie richtig oder sinnvoll sein soll. Sie begleitet einen sorgfältigen Prozess des Verstehens und Stellungnehmens.

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Methode, Zusammenarbeit und Hintergrund

Je nachdem, welche Frage Sie gerade beschäftigt, führen diese Seiten gezielt weiter.

In meiner Praxis in Salzburg bildet die Existenzanalyse die methodische Grundlage der psychotherapeutischen Arbeit.

Persönliche Begegnung

Existenzanalyse persönlich kennenlernen

Eine Beschreibung kann einen ersten Eindruck von der Methode geben. Ob Sie sich im therapeutischen Gespräch verstanden fühlen und ob der Zugang zu Ihrem Anliegen passt, lässt sich am besten in einer persönlichen Begegnung klären.

Im Erstgespräch besprechen wir, was Sie belastet, was Sie verändern möchten und ob mein therapeutischer Zugang zu Ihrer Situation passt.