Eine Patientin bemerkt, dass sie Konflikten in Beziehungen fast immer ausweicht. Obwohl sie sich häufig
übergangen fühlt, sagt sie wenig und zieht sich später innerlich zurück.
In der Therapie wird nicht ausschließlich an einer besseren Gesprächstechnik gearbeitet. Zunächst wird
untersucht, was sie in Konfliktsituationen erlebt: Welche Reaktion des Gegenübers befürchtet sie? Was bedeutet
Ablehnung für sie? Darf ihr eigenes Empfinden denselben Raum erhalten wie die Bedürfnisse anderer?
Wenn diese Zusammenhänge verständlicher werden, kann sie ihre Position zunehmend wahrnehmen, prüfen und
vertreten. Das Aussprechen einer Grenze wird dann nicht nur zur erlernten Technik, sondern zum Ausdruck einer
persönlichen Stellungnahme.